ehrich und kollegen
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Alternder Mittelstand bremst Investitionen und schwächt Wachstum deutscher Wirtschaft

Ein Drittel aller Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen sind älter als 54 Jahre – Tendenz steigend: Im Vergleich zu 2002 wuchs diese Altersgruppe anteilig um 16 Prozent. Die Altersgruppe der unter 40-jährigen sank von 28 auf rund 12 Prozent.

Der demografische Wandel ist laut einer aktuellen Studie von KfW Research aber nicht der einzige Schuldige: In der Gesamtbevölkerung stieg der Anteil der über 54-jährigen im gleichen Zeitraum um lediglich 4  Prozent. Es fehlt schlichtweg an Nachwuchs.

Zwar sind drei Viertel der Gründer hierzulande jünger als 45 Jahre, doch werden sie immer seltener. Während 2001 über 1,5 Millionen Deutsche den Schritt der Gründung wagten, waren es 2013 nur 0,8 Millionen. Dies zeigt sich auch in den Zahlen der deutschen Dienstleister, dessen Inhaber zu fast 40 Prozent über 55 Jahre alt sind.

Das steigende Alter deutscher Inhaber hat sinkende Investitionen zur Folge. Während fast 60 Prozent der Inhaber unter 40 Jahren investieren, sind es bei den über 60-jährigen nur noch 37 Prozent, weiß KfW Research. Betroffen sind vor allem stärker risikobehaftete und kapitalbindende Vorhaben. Sie werden immer seltener, während die getätigten Investitionen vor allem zum Erhalt des Kapitalstocks dienen.

Das Hauptproblem  ist für die meisten Inhaber der kürzere Planungshorizont und die damit einhergehend sinkenden Amortisationschancen, doch das gefährdet den künftigen Geschäftserfolg und bremst die Modernisierung. Hinzukommt, dass in fast 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit älteren Inhabern der Wertverlust des Kapitalstocks die Neuinvestitionen übersteigt.

Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, fordert Lösungen. Sein Vorschlag: die Alteigentümer auch nach ihrem Abgang an der Rendite der getätigten Investitionen zu beteiligen. „Mehr Unternehmer und die frühzeitige Klärung der Nachfolge wäre ein anderer, wesentlicher Baustein für den Erhalt eines dynamischen Mittelstands", heißt es weiter.