ehrich und kollegen
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Deutscher Mittelstand mit starker Frauenquote

Eine Frau an der Spitze? Das ist noch immer die Ausnahme. Der deutsche Mittelstand geht aber als Vorbild voran, hier sind weibliche Geschäftsführer deutlich häufiger anzutreffen als in Großunternehmen, ermittelt eine KfW-Studie. Frauen leiten rund 700.000 der insgesamt 3,6 Millionen mittelständischen Unternehmen.

„Eine Ausnahmeerscheinung sind Frauen in den Führungsetagen des Mittelstands nicht mehr, aber unsere Analyse zeigt: Es gibt hier noch einiges aufzuholen“, erklärt KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Er glaubt, dass dies durchaus möglich ist und gibt sich zuversichtlich: Chefinnen werden im Mittelstand häufiger, lautet sein Fazit.

Eine Erkenntnis des KfW-Gründungsmonitor bestätigt diese Vermutung: 43 Prozent der Existenzgründungen gehen demnach auf Frauen zurück. „Schrumpfende Erwerbsbevölkerung, drohende Fachkräfteengpässe und der bevorstehende Generationswechsel bei den mittelständischen Unternehmen sind deutliche Anreize, wenn nicht gar Zwänge, das Potenzial von Frauen in den Chefetagen stärker zu nutzen als bisher“, so Zeuner.

Etwa 60 Prozent der Firmen in weiblicher Hand entfallen auf Dienstleistungen. Dazu gehören zum Beispiel Unternehmen aus den Bereichen Pflege oder Aus- und Weiterbildung, Anwaltskanzleien, aber auch PR-Büros und Finanz- sowie Personalberatungen. Sie beschäftigten im vergangenen Jahr etwa 4 Millionen Mitarbeiter, bildeten 112.000 Menschen aus und investierten 15 Milliarden Euro in Anlagen und Bauten.