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DIHK-Report: „Anzahl potenzieller Nachfolger fällt auf Rekordtief“

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat eine Untersuchung der deutschen Nachfolgesituation abgeschlossen. Das Ergebnis: Viele Chefs wollen ihren Betrieb abgeben, doch die Anzahl potenzieller Nachfolger ist 2015 auf ein Rekordtief gefallen.

Mehr Inhaber wollen ihre Betriebe abgeben. Ihre Anfragen bei der IHK stiegen im Vergleich zum Jahr 2014 um sieben Prozent. Die Anzahl der Rat suchenden Existenzgründer fiel hingegen um zehn Prozent. Einen steigende Nachfrage haben die IHK-Experten auch bei der Unterstützung in Sachen Nachfolge bemerkt.

Die 3 Probleme des Rekordtiefs deutscher Nachfolger

Der Ursprung dieser Probleme liegt laut DIHK-Report in drei Problemzonen:

  1. Der demografische Wandel, der die Anzahl der Unternehmer im „Rentenalter“ hebt, und die Einstellung der „Generation Y“, die Nachfolge nicht als familiären Automatismus ansieht. Gut qualifizierte Fachkräfte entscheiden sich durch attraktive Konditionen häufig für eine Arbeitnehmer- statt Arbeitgeberposition.
  2. Die Erbschaftssteuer gilt als Unsicherheitsfaktor. Etwa ein Fünftel der Junior- und Senior-Unternehmer sehen darin eine Belastung. Unsicherheit erzeugt darüber hinaus die künftige gesetzliche Regelung der Erbschaftssteuer.
  3. Als größtes Problem definiert der DIHK-Report die Finanzierung. Obwohl das aktuell günstige Finanzierungsumfeld mit niedrigem Zinsniveau für leichte Besserung sorgt, bereitet sie rund 43 Prozent auch weiterhin Probleme. Dass kompetente und erfahrene Beratung in diesem Bereich unterstützend wirken kann, zeigt unsere eigene Erfahrung.

Positiv entwickelt sich die Vorbereitung der Senioren sowie Nachfolger, so der DIHK-Report. Die ältere Generation habe einen realistischeren Blick auf die Unternehmenslage und -perspektive, die jüngere Generation bessere unternehmerische Qualifikationen. Handlungsbedarf sieht der DIHK deshalb vor allem bei der deutschen und europäischen Politik.

Grundlage des DIHK-Reports sind Erfahrungsberichte der IHK-Berater aus 80 Industrie- und Handelskammern sowie eine statistische Auswertung des IHK-Service. Insgesamt spricht der DIHK von „20.000 Kontakten“. Ihre Probleme und Herausforderungen bilden die Grundlage des DIHK-Reports.